Mein Bild vom Kind
Für mich sind Kinder besondere und einzigartige Persönlichkeiten. Sie sind grundsätzlich glücklich, zuversichtlich und sorglos. Sie sind vertrauensvoll und vertrauenswürdig. Sie sind neugierig und wissensdurstig. Kinder kommen mit einer unglaublichen Kreativität und einem enormen Entdeckungsdrang auf die Welt. Diese zwei Eigenschaften müssen – in Gegensatz zur allgemeinen Auffassung der Erwachsenen – NICHT gefördert werden. Sie sind schon da. Wir müssen bloß alles tun, damit die Kreativität nicht verschwindet und die Begeisterung am Entdecken nicht abhanden kommt.
Was brauchen Kinder?
Bewegung
Kinder haben einen unglaublichen angeborenen Bewegungsdrang. Diesem Drang müssen Kinder täglich möglichst mehrere Stunden lang nachgeben, vorzugsweise an der frischen Luft. Die Bewegung kann durch Freispiel oder in angeleiteter Form erfolgen. Dies ist eine Grundvoraussetzung des kindlichen Wohlbefindens, sowohl in körperlichem wie in seelischem Sinne.
Sicherheit
Kinder brauchen einen sicheren Hafen. Die eigenen Eltern sind und bleiben die ersten und wichtigsten Bezugspersonen. Als Tagesmutter biete ich ebenfalls Sicherheit und Geborgenheit, sowie Kuschel- und Streicheleinheiten nach Bedarf. Aber ich kann und will niemals elterliche Liebe und Aufmerksamkeit ersetzen.
Bildung
Bildung bei Kindern erfolgt hauptsächlich durch freies Spiel. Hilfreich ist dabei ihr natürlich anwesender und unstillbarer Wissensdurst. Die Vermittlung von Grundkenntnissen (Zahlen, Buchstaben, Farben, Rhythmus, Reimen, Lieder, usw.) sowie die Sprach- und Motorikförderung integriere ich direkt in unsere alltäglichen Tätigkeiten.
Rituale
Rituale geben Komfort und Sicherheit. Feste Ritualen herrschen bei mir während der einzelnen Mahlzeiten, im Sitzkreis, bei Bring- und Abholzeiten. Die Übergänge im Tagesablauf werden ebenfalls mit bestimmten Liedern eingeläutet.
Regeln
Regeln und Grenzen bieten Sicherheit, sie stärken außerdem die Selbstständigkeit und die sozialen Kompetenzen des Kindes. Klare Regeln am Tisch und beim Spielen erleichtern uns das friedliche Miteinander sowie den ungestörten Tagesablauf.
Spielzeug
Weniger ist mehr: Je weniger Spielzeuge ich bereitstelle, desto mehr kommen Fantasie und Kreativität zur Geltung. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass kleine Kinder mit viel Spielzeug sehr schnell sehr großes Chaos anrichten können. Dies führt dann zur Überreizung und erhöht die Unfallgefahr (Ausrutschen, usw.) Ich gestalte den Spielbereich jede zweite Woche neu, indem ich manche Spielzeuge wegräume, andere wiederum zur Schau stelle. So gibt es immer wieder neue Anreize zum Spielen, aber keine Überreizung.
Freiraum
Kinder haben eine magische Weltanschauung und bevorzugen es, alleine und unbeobachtet in ihrer eigenen Fantasiewelt zu spielen. Diesem Bedarf komme ich mit einer entsprechenden Raumgestaltung (Kuschelecke usw.) entgegen.
Gutes Essen
Ich biete den Kindern täglich ein ausgewogenes und abwechslungsreiches Frühstück, Mittagessen und einen Nachmittagssnack an, möglichst ohne Zucker. Die Grundlage der Mahlzeiten bilden Obst und Gemüse, Getreide, Milchprodukte sowie Fleisch und Fisch.
Selbständigkeit
Es ist sehr wichtig, dass Kinder möglichst viele Aufgaben (An- und Ausziehen, Spiele aus- und aufräumen, Hände waschen, Zähne putzen, Mund abwischen, usw.) altersgerecht selbstständig erledigen können. Mit entsprechender Ermutigung und Anleitung schaffen die Kinder viel mehr, als man vielleicht vermutet. Zum Erleben der Selbstwirksamkeit stelle ich den Kindern Fragen, sie dürfen mitentscheiden, ich beziehe sie in die Alltagsgestaltung und in die Mahlzeitvorbereitung ein, ich frage nach ihrer Meinung. Ich plane den Tagesablauf in kindgerechtem Tempo, möglichst ohne Hektik. Zeitlosigkeit ist ein Grundelement der glücklichen Kindheit.